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Bonsai
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Bonsai – echte Bäume auf der Gartenbahn
 

„Baum in der Schale“ – so die wörtliche Bedeutung von Bonsai. Für eingefleischte Liebhaber der miniaturisierten Darstellung der in freier Natur bis zu 30 oder  40 Meter hochwachsenden Bäume ist dies ein durchaus eigenständiges Hobby. Der Gartenbahnliebhaber – und hier wiederum der Modellbahner des Maßstabes 1:22,5 / Spur II – kann von den Erkenntnissen und Erfolgen dieses Hobbys nur profitieren und Fächerahornsich ebenfalls am Anblick der Minibäume  erfreuen – eingerahmt von einer Gartenbahnanlage.

Sowohl der Bonsai-Fachhandel vor Ort als auch mittlerweile vermehrt im Internet bestätigen zwar, dass das Hobby Bonsai – für sich alleine betrachtet – bereits mit Leichtigkeit ähnliche Summen verschlingen kann wie die Gartenbahnerei, dies ist aber nicht zwingend notwendig, um eine sach- und fachgerechte  Ergänzung der Gartenbahnanlage zu erreichen. Besonders imposant gezüchtete Einzel-Exemplare breits älterer Bonsais kosten leicht einige hundert bis tausend Euro und stellen sicherlich einen gelungenen Blickfang  auf jeder Anlage dar, aber es geht auch preiswerter.

Bonsai-Liebhaber mögen über die nachfolgenden Ausführungen die Stirn runzeln, doch mit großzügiger Auslegung lassen sich einige Grundintentionen und –Erkenntnisse des Bonsai-Hobbys für den Gartenbahner anwenden, ohne den Pflegeaufwand oder das Preisgefüge der Profis zu erreichen.

 

Der Weg ....

Bonsai erhalten und behalten ihre Miniaturform im wesentlichen durch Einschränkung des Lebensraumes (Topf oder Schale verhindern übermäßiges „natürliches“  Wurzelwachstum und damit das Erreichen der „genetisch“ eigentlich vorbestimmten Größe) sowie durch regelmäßige Gestaltung des oberirdischen Baumteiles (z.B Ast- und Blattschnitt, Formgebung durch Drahten etc.).

Das Auspflanzen in den Garten gilt als bewährte Methode, Bonsais ohne Verlust über Hainbucheden Winter zu bringen oder kranke Pflanzen wieder zu gesunden. Diese Methode kann sich der Gartenbagner durchaus zu eigen machen und – entgegen sonstiger Gewohnheiten – die kleinen Gehölze dauerhaft in ihrem Topf oder ihrer Schale im Erdboden zu versenken oder sie auch  dauerhaft in den Garten an ihren vorbestimmten Standplatz fest einzupflanzen.

  • Im ersten Fall muss das Erdloch unter der Schale mit einer geeigneten Drainageschicht (z.B. feiner Kies, Schotter, Blähton etc.) ausgestattet werden, um in feuchten Jahreszeiten einen Schutz vor Staunässe im Wurzelbereich der Pflanze zu haben. Das Auspflanzen der Bäume mit Topf/Schale erfordert dennoch ein regelmäßiges, je nach Baumart  jährliches bis zweijährliches Umtopfen (Erneuerung der Schalen-Erde) mit Wurzelschnitt. Auch sind derart „ausgepflanzte“ Bäume regelmäßig (teilweise häufiger als umstehende festverwachsene Pflanzen) zu gießen, da die Erde im Topf schneller durchtrocknet als das umgebende Erdreich. Der Rand der Schale sollte bündig  mit der Umgebung abschließen und kann zur optischen Tarnung mit feiner Erde oder Moospolstern verdeckt werden.
     
  • Im zweiten Fall entfällt zwar das Tarnen der Schale sowie i.d.R. das häufigere Gießen, da sich die Wurzeln der Pflanze recht schnell in Breite und Tiefe  ausdehnen und damit auch in trockeneren Jahreszeiten eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen. Allerdings nutzt die Pflanze diesen Umstand  auch, um ihr natürliches Wachstum wieder einzunehmen. Um ungewolltes Größenwachstum zu verhindern, sind nun häufiger gestalterische Maßnahmen durchzuführen. Ein jährliches oder zweijährliches Ausgraben der Pflanze – mit dem Spaten ca. im Durchmesser der Baumkrone umstechen und ca. 20 – 30 cm tief mit waagerechtem Spatenstich die Pfahlwurzeln kappen – dämmt das natürliche Wachstum wieder etwas ein. Diese Arbeiten erledigt man am besten im zeitigen Frühjahr, bevor die Knospen aufgehen.

 

Die Pflanzen ...

 

An einheimischen und damit winterharten Gehölzen kommen für die Verwendung als Bonsai an die 50 Pflanzenarten in Betracht. Diese sind i.d.R. natürlicherweise hochwachsend. Grundsätzlich sind alle in unserer Natur vokommenden Gehölze für die Gestaltung als Bonsai geeignet. Da sich aber z.B. bei einigen Laubbaumarten (z.B.  Eiche, Kastanie) nicht immer das Größenwachstum der Blätter an das Bonsai-Format anpassen lassen – auch kleine Bäume entwickeln „natürlich“ große Blätter - , sind  diese für den Gartenbahner und seine Maßvorgabe 1:22,5 weniger geeignet.

LärcheGeeignet erscheinen „klassische“ Bäume wie die Ahorn-Arten, Buchen, Birken, Haselnuß, Lärche, Fichte, Tanne, Eibe.

 

Die Beschaffung ...

Wie gelangt man nun zu preiswerten Pflanzen für eine Gestaltung als Gartenbahn-Bonsai? Es bieten sich im wesentlichen 5 Methoden an, die  nachfolgend erläutert werden. Das Ausgraben von Jungpflanzen im Wald ist vielerorts nicht gestattet und sollte – aus Gründen des Naturschutzes – von vornherein unterlassen werden:

    1. Saat

    Die Anzucht von Gehölzen gelingt durchaus aus Samen. Dieses Verfahren ist sicherlich die langwierigste Methode. Die Samen kann man gut – zumeist im Herbst – in der Natur sammeln, muss sie dann aber über den Winter keimfähig halten (z.B. durch Lagerung in feuchtem Sand im Kühlschrank). Zur Erläuterung von Besonderheiten bei einzelnen Pflanzenarten sollte entsprechende Fachliteratur (siehe Buchempfehlungen) zu Rate gezogen werden. Die Aussaat erfolgt dann  im Frühjahr in geeigneten Anzuchtgefäßen.

    2. Stecklinge

    Stecklinge sind noch nicht verholzte Teile einer Pflanze (meist frische  Triebspitzen von Ästen), welche von der Mutterpflanze abgeschnitten werden und dann durch Einstecken in Anzuchterde eigene Wurzeln treiben. Hierzu sollte ein Mini-Treibhaus zur Gewährleistung einer gleichbleibend hohen Luftfeuchtigkeit verwendet werden. Der Ausschuss bei dieser Methode kann jedoch recht hoch  sein, da bei ungünstigen Bedingen – verwenden einer nicht keimfreihen Erde, zu feuchter Standort - die Stecklinge faulen und eingehen.

    3. Steckhölzer

    Bleistiftdicke, etwa 10 bis 20 cm lange, ausgereifte Triebteile werden im Herbst geschnitten, gebündelt und in feuchten Sand eingeschlagen. Über den Winter lagern sie frostsicher im ungeheizten Keller oder in der Garage. An den  Schnittstellen kann sich nun ein Kallus bilden, woraus im Frühjahr dann nach Einstecken in den Erdboden mit ein wenig Glück Wurzeln schlagen.

    4. Ableger/Absenkung

    Ableger oder Absenker werden gewonnen, indem man einen Ast von einem Gehölz mit Hilfe eines Hakens auf dem Boden fixiert, den Ast hierbei ein wenig einschneidet und mit einer Mischung aus Sand und Torf abdeckt. Nachdem der Ableger ausreichend Wurzeln geschlagen hat, kann er vom Gehölz abgetrennt werden.

     5. Jungpflanzen aus dem Handel

    Natürlich finden sich in Garten-Centern, Baumschulen und Bonsai-Fachhandel Rotbuche (Jungpflanze)junge Gehölze, meist als Containerpflanzen. Diese sind das Leben im beengten Raum  des Topfes schon gewohnt. Hier sollten – möglichst im Frühjahr vor dem Austrieb – lediglich die Wurzeln noch weiter beschnitten werden, bevor sie dem „Gartenbahner-Leben“ zugeführt werden.

 

Weiterführende Informationen ...

In den Rubriken Buchempfehlungen und Linkliste auf dieser Homepage wird auf einige interessante und wissenswerte Informationen zum Thema Bonsai verwiesen. Da es sich bei den zukünftigen „1:22,5-Baumriesen“  um lebende Wesen handelt, wird eine weitergehende Information zu diesem Thema unbedingt angeraten!

 

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